WP Xplor Gabel KTM & Husqvarna

In diesem Beitrag erhältst du Informationen über den Aufbau der Xplor Gabel und welche Alternativen es gibt, sofern du mit der Performance nicht zufrieden bist.
Am Ende des Beitrags findest du zudem Informationen und unsere Empfehlung zum Dämpfer/Federbein.

 

Servus,

seit dem Modelljahr 2017 kommt bei den EXC von KTM und TE/FE Modellen von Husqvarna die sog. „Xplor“ Gabel zum Einsatz.
Entgegen der oftmals verbreiteten Meinung, diese Gabel wäre eine Verwandte zur 4CS Gabel, weil die Einsteller für Druck- und Zugstufe an den Gabelkappen sitzen (wie bei der 4CS), ist die Xplor eine Abwandlung der Open Cartridge Gabel, die seit anfang der 2000er verbaut und 2009 überarbeitet (andere REB/MV Kolbengröße) wurde.

Grundsätzlich ist der Aufbau der Cartridge der Xplor identisch zur Open Cartridge Gabel, die bis 2016 in den Standard-EXC Modellen verbaut war. Bei der Xplor wurde aber der Druckstufeneinsteller in einem Holm untergebracht, während der andere Holm zwar nur einen Zugstufeneinsteller hat, jedoch Zug- und Druckstufendämpfung übernimmt. Druckstufeneinsteller am Gabelfuß sind wegrationalisiert worden. Es ist je eine Feder in jedem Holm untergebracht.
Bei den Six Days Modellen ist ein neuer Vorspannungseinsteller verbaut, mit dem man mit wenigen Handgriffen die Vorspannung um je 3mm verändern kann. Dieser Einsteller ist sehr gut gelöst und kann bei den Standardmodellen nachgerüstet werden, was wir Sportfahrern grundsätzlich empfehlen, da dieser Einsteller die Gabel bei schnellen Einsatzzwecken (z.B. Sonderprüfung) sehr einfach straffer macht und damit weniger stark abtauchen lässt beim Bremsen.

Die signifikante Änderung ist der Druckstufeneinsteller der Xplor, welcher jetzt nicht mehr am Gabelfuß sitzt, sondern im linken Gabelholm auf der Kolbenstange arbeitet.


Vorteile der Xplor:
– Einsteller leicht erreichbar und gar unter dem Fahren veränderbar
– neuer Vorspannungseinsteller eine echte Verbesserung zu der alten Version mit 24er Schlüsselweite
– komfortable Performance für Tourenfahrer unter 85 kg ohne sportliche Ambitionen
– einfach zu warten (im Gegensatz zur 4CS)

Kritikpunkte an der Xplor:
– starkes Abtauchen, z.B. beim Bremsen
– wenig Durchschlagschutz
– teils unvorhersehbares Ausschlagen der Front nach links und rechts, besonders nach aufeinanderfolgenden Schlägen
– in manchen Situationen schlechtes Ansprechverhalten


Ein Großteil der Kritikpunkte wird durch den neuen Druckstufeneinsteller ausgelöst. Dieser erzeugt selbst in ganz geschlossener Stellung keine Lowspeed-Dämpfung, in dieser Stellung dann aber zu viel Highspeed-Dämpfung. Wenig Lowspeed-Dämpfung lässt die Gabel z.B. beim Bremsen stark abtauchen. Das Tauchen macht das Bike zum einen instabil, da viel Bewegung im Rahmen ist, zum anderen fährt die Gabel dann sehr tief und hat weniger Federweg übrig, um Unebenheiten aufzunehmen.
Das Fehlen des Bodeneinstellers wiederrum raubt der Gabel die Möglichkeit auf die Lowspeeddämpfung Einfluss zu nehmen, was zu einem großen Kompromiss bei der Shimbelegung des Basevalves führt.
Folge: Entweder ist die Gabel straff genug um gegen Bremstauchen und leichtes Durchschlagen gewappnet zu sein, dann aber zu unsensibel auf kleine Unebenheiten oder genau anders rum.

Wir bieten drei Optionen für die Xplor Gabel, je nach Einsatzzweck und Budget des Fahrers.

1. Option
Zielgruppe: Tourenfahrer ohne sportliche Ambitionen
Änderung: Basevalveeinsteller + Änderung Shimsetup
Besseres Ansprechverhalten, ruhigere Front, weniger Bremstauchen

Neben einer Änderung des Setups (Shimstacks, Ölstand, ggf. Federrate) wird ein Basevalveeinsteller in einem Holm verbaut. Dadurch kann der oben erläuterte Kompromiss zwischen Ansprechverhalten und Bremstauchen geschlossen werden. Die Gabel hat dann also zwei Einsteller:
– der originale Einsteller an der Kappe für schnelle und/oder lange Hübe (Landungen, harte Schläge)
– einen am Fuß des rechten Holms (kleine Unebenheiten, Bremstauchen)

Verfügbar ab 210 EUR.

2. Option
Zielgruppe: Tourenfahrer mit sportlichen Ambitionen, Sportfahrer mit Budget
Änderung: Basevalveeinsteller + Dal Soggio XP One Kit + Änderung Shimsetup
Besseres Ansprechverhalten, bedeutend ruhiger Front, mehr Durchschlagschutz, bedeutend weniger Bremstauchen

Option 2 basiert auf Option 1. Darüberhinaus wird der rudimentäre OEM Druckstufeneinsteller der Xplor durch den des Dal Soggio XP One Kits ausgetauscht, welcher bedeutend mehr Lowspeed-Dämpfung erzeugt und damit die Gabel insgesamt um ein Vielfaches stabiler, vorhersehbarer und durchschlagsicherer macht. Desweiteren werden die originalen Druckstufenkolben gegen 4-Port-Kolben aus Alu getauscht.

Verfügbar ab 315 EUR.
Zur Dal Soggio XP One Kit Beschreibung KLICK

Dal Soggio XP One Kit Xplor Gabel EXC KTM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Option

Zielgruppe: Sportfahrer, Endurofahrer mit MX Einsatz
Änderung: Dal Soggio Sphere Cartridge Kit
Sehr spurstabil, bedeutend mehr Durchschlagschutz, bedeutend weniger Bremstauchen, feines Ansprechverhalten

Bei Option 3 werden die Innereien der Xplor Gabel komplett entfernt und ein Closed Cartridge Kit von Dal Soggio installiert.
Eine Closed Cartridge Einheit bietet durch die Abschirmung des Dämpfungsöls von der Außenkammer eine weitaus bessere Kontrolle der Dämpfung. Besonders in sportlichen oder aggressiveren Einsätzen wie Sonderprüfungen, Cross Country oder MX kann diese Bauweise ihre Vorteile ausspielen.
Weiterhin wird die sekundäre Dämpfung erhöht, was zu mehr Durchschlagschutz führt.
Verfübar ab 1250 EUR.
Zur Dal Soggio Sphere Cartridge Kit Beschreibung KLICK

Dal Soggio Sphere Kit für KTM EXC & Husqvarna TE/FE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alternative Option: Aftermarket Gabeln
Natürlich bieten wir auch WP Cone Valve (2.915,50 EUR) oder KYB (Kayaba) Kit (3.745,00 EUR) Gabeln an, die ebenfalls eine Alternative zur Xplor Gabel darstellen. Gerade wenn die Gabel als langfrister Ersatz mit Übernahme ins nächste KTM/Husqvarna Modell benutzt werden soll, sind diese Investionen eine Überlegung wert!

 

Xplor Stoßdämpfer/Federbein

Im Standardtrim funktioniert das Federbein beim technischen/langsamen Fahren sehr gut. An die Grenzen kommt es in allen anderen Situationen:

– Kompressionen bei Auffahrten, wo es selbst bei 80 kg Fahrern regelmäßig durchschlägt, stark ausfedert und somit eine klare Linie verhindert
– Durchschlagen, wenn man etwas flotter eine Abfahrt von Schräge zur Ebene fährt
– Sprünge ins Flache oder wenn eine Landung nicht genau getroffen wird ist der Dämpfer natürlich auch zu weich und schlägt in den meisten Fällen durch.
– wenig Traktion über Beschleunigungswellen, da der Dämpfer zu tief im Federweg sitzt
– schnelle Zugstufe bringt viel Unruhe ins Chassis

Lösung:
Am Stoßdämpfer sind keine großen Umbauten erforderlich, um mehr Performance herauszuholen.
Eine Änderung der Shimsabstimmung und ggf. eine Änderung der Federrate sind vollkommen ausreichend um den Dämpfer auf jegliche Einsatzzwecke und fahrerische Level anzupassen.
Für sportlichen Einsatz empfehlen wir lineare Federn, für Enduroeinsatz progressive.

Wir unterbreiten dir gerne ein individuelles Angebot für dein Bike.
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